Über Disziplin, sanfte Konsequenz, Körperintelligenz und Wege, die man wirklich gehen möchte.
Warum wir uns jedes Jahr so viel vornehmen
(und trotzdem oft scheitern)
Ich habe mir einige Gedanken zum neuen Jahr gemacht. Viele von uns nehmen sich Dinge vor wie: Diät halten, sich gesünder ernähren, mehr Sport treiben oder einfach etwas Neues lernen. Oder alles auf einmal ;).
Und man sagt ja so gerne: „Disziplin ist alles.“
Das klingt stark. Klar. Und genau daran scheitern wir erstaunlich oft.
Warum wir scheitern, obwohl wir „durchziehen“
Ich glaube, das Problem liegt häufig darin, dass wir gegen uns selbst durchziehen. Gegen unsere eigenen Bedürfnisse. Wir ignorieren Müdigkeit, Hunger oder Überforderung. Gerade beim Abnehmen wird der Körper plötzlich zu einem Projekt. Dabei sollte er doch eher unser Partner sein.
Stell dir vor, du schnürst deine Wanderstiefel, gehst in den Wald und läufst los. Über Wurzeln und Steine. Bergauf, bergab.
Aber du achtest nicht auf den Weg. Es geht dir nur darum, die Strecke so schnell wie möglich hinter dich zu bringen. Du kommst irgendwann an. Aber erschöpft. Vielleicht verletzt. Und innerlich leer, weil du dich übernommen hast … und weil du die Wanderung nicht einmal wirklich erlebt hast.

Ein Weg, den man nur mit Zwang geht, wird kein Lieblingsweg.
Dein Körper ist kein Gegner – er ist dein Verbündeter
Jetzt wird es wichtig.
Wenn dein Körper sich meldet … mit Müdigkeit zum Beispiel … dann bremst er dich nicht aus.
Er spricht mit dir. Vielleicht möchte er dir sagen, dass ihn deine Diät stresst. Dass zu wenig Kalorien ihn müde machen. Dass ihm Nährstoffe fehlen. Oder dass du ihn mit Training überfordert hast.
Müdigkeit ist nicht gleich Faulheit.
Widerstand ist nicht gleich Schwäche.
Oft ist es einfach eine Botschaft.
Stell dir vor, du willst frühmorgens los. Eine lange Wanderung machen.
Manchmal gehst du los. Manchmal wartest du noch. Manchmal drehst du sogar um.
Und trotzdem bist du regelmäßig draußen. Das ist Selbstkontakt.
Du spürst, wie es dir geht und du nimmst es ernst.

Harte Disziplin oder sanfte Disziplin?
Was ich mit alldem sagen möchte:
Harte Disziplin bedeutet oft, die Signale des Körpers zu ignorieren. Das funktioniert … aber meist nur kurzfristig. Langfristig führt es häufig zu Abbruch. Zu Frust. Zu Selbstzweifeln.
Und das will doch eigentlich niemand.
Sanfte Disziplin fragt dagegen: Was ist heute realistisch? Und passt das Tempo an. So bleibt ein Vorhaben stabil. Auch über längere Zeit. Du gehst nicht jeden Tag gleich weit. Aber du gehst immer wieder los.

Wie ich das selbst lebe
Wenn ich morgens im Wald unterwegs bin, ist nicht jeder Morgen magisch. Manchmal … oft sogar … habe ich nicht einmal Lust auf ein Foto.
Und trotzdem gehe ich los. Aber nicht um jeden Preis. Wenn mir gerade nicht danach ist, zwinge ich mich nicht in die Kälte.
Das bedeutet vielleicht weniger Fotos. Weniger Leistung. Dafür: mehr Sein.
Und wer meinen anderen Account kennt, weiß, dass ich sehr bewusst auf meine Gesundheit achte. Vor allem auf meine Ernährung. Sie tut mir unglaublich gut. Und trotzdem braucht mein Körper Abwechslung. Ich sehe das nicht dogmatisch. Wenn wir eingeladen sind, genießen wir das. Ohne schlechtes Gewissen. Und ohne Angst davor, dass es ein oder zwei Tage dauert, bis wir wieder „auf unserem Level“ sind ;).

Disziplin mit Körperkontakt
Das ist für mich Disziplin mit Körperkontakt. Und ich habe gemerkt: So funktioniert mein Leben besser.
Vielleicht geht es gar nicht darum, härter zu werden. Sondern aufmerksamer. Für das, was uns wirklich hilft. Und uns wirklich gut tut.
Liebste Waldgrüße, Isabell



